Der Dorfschlawiner

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Den Dreiakter habe ich 2009/10 im Auftrag der Rülzheimer Theatergruppe „Lambefiewer“ geschrieben. Er wurde ein toller Erfolg. Die Vorstellungen waren jeweils ausverkauft.

Spielzeit ca. 110 Minuten

Darsteller: 10 männliche und 6 (8) weibliche Darsteller

 

Exposé: Das Stück spielt in einem kleinen Dorf Anfang der Dreißiger Jahre. Die Wirtschaftslage ist angespannt. Den größten Arbeitgeber stellen zwei mittelständische Zigarrenbetriebe mit unsicherer Zukunft dar. Wer nicht dort in Lohn und Brot steht, arbeitet in der Landwirtschaft, der Gastronomie oder verdient sein Geld in kleinen, familiären Handwerksbetrieben.

So stellt sich auch Schneidermeister Bichler die Zukunft seines 18-jährigen Enkels Seppel vor. Leider zeigt der Luftikus wenig Interesse am Schneiderhandwerk oder überhaupt der Arbeit. Er vertreibt sich die Zeit lieber mit seinen Kumpels und dummen Streichen, sehr zum Verdruss der Dorfbewohner, was regelmäßig seinen Erzfeind, den Dorfgendarmen Brandlechner, auf den Plan ruft.

Seine Mutter Katrin ist ratlos, zumal Seppels Zwillingschwester Ursel, ein fleißiges, anständiges Mädchen, so ganz anders geraten ist als ihr nichtsnutziger Bruder. Den Vater der Zwillinge gab Katrin bislang nicht preis.

Ausgerechnet auf Ursel hat der Gendarm ein Auge geworfen, was jedoch von wenig Gegenliebe gekrönt ist. Ähnlich geht es Loni, der Tochter des Pferdehändlers, die wiederum den burschikosen Seppel ins Herz geschlossen hat, der sie aber kaum eines Blickes würdigt.

Seppels Streiche scheinen gezählt, als seine Einberufung zum Militär ins Haus flattert. Kein Trick, kein Versuch, sich zu drücken hilft. Er wird zur Kavallerie in die Stadt eingezogen. Die Dörfler atmen zunächst auf.

Inzwischen kündigt sich Großes an. Ein reicher Fabrikant will das Dorf besuchen. Er plant, eine weitere Zigarrenfabrik zu errichten und den Dörflern Arbeit zu geben. Die Aufregung ist groß. Sozusagen als Abordnung trifft sein Sohn Günter Schalk ein und kommt im Gasthof „Engel“ unter, wo Ursel arbeitet. Zwischen ihm und dem Mädchen entwickelt sich von Anfang an eine tiefe Sympathie, doch zu Günters Enttäuschung ist Ursel sehr zurückhaltend, fürchtet sie doch, ebenso enttäuscht zu werden wie damals ihre Mutter. Derweil narrt der bauernschlaue Seppel seine Offiziere, und das mit solchem Erfolg, dass er sehr bald wieder aus der Kavallerie entlassen wird.

Inzwischen entschließt sich Günter zu einer List und tut sich mit Loni zusammen. Die Beiden turteln scheinbar heftig miteinander, was zur Folge hat, dass nicht nur Ursel, sondern auch ihr Bruder Seppel plötzlich von Eifersucht geplagt werden und ihnen klar wird, wem ihr Herz gehört. Als das glückliche Pärchen Günter und Ursel Mutter Katrin ihre Liebe gestehen wollen, treffen sie im Haus Bichler auf Günters Vater, den Fabrikanten Edgar Schalk. Er ist nicht nur Günters Vater, wie es scheint, denn Katrin hat Schalk Senior inzwischen gestanden, was bislang niemand wusste: er ist der Vater der Zwillinge Seppel und Ursel, womit auch Günter und Ursel Geschwister sind.

Das Entsetzen ist groß, doch Vater Schalk löst den Knoten und beichtet seinerseits, dass Günter sein Adoptivsohn ist, ein uneheliches Kind seiner verstorbenen Frau und seinem früheren Prokuristen aus der Zeit vor ihrer Ehe, also mit Ursel nicht blutsverwandt. Einer Heirat steht somit nichts mehr im Weg.

 

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